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NULLZINSEN, wie investieren in diesen Zeiten? #1

In den nächsten Wochen wollen wir uns mit Beiträgen zu diesem Thema äußern. Das Thema ist abendfüllend, wir hoffen aber die Quintessenz einer jeden Anlageklasse verständlich zu erläutern. Vor allem der stattgefundene Umbruch in den letzten Jahren vor dem Hintergrund der neuen globalen Zinslage.

 

Konnte man vor 10 Jahren noch mit vernünftigen Zinsen rechnen und sich relativ sorgenfrei mit Rente, Pfandbriefrücklagen und Lebensversicherung in den Ruhestand verabschieden, so sieht dies heute aufgrund der Niedrig- bis Nullzinsen anders aus. Früher waren Staatsanleihen quasi das sicherste überhaupt. Der Bund zahlte einen festen Zinssatz 10 Jahre lang und am Ende gab es das angelegte Geld mit Garantie wieder zurück. Zwischendrin konnte man mit den Zinsen seine Ausgabenbudget aufbessern und die Inflation auffangen. Damit ist seit geraumer Zeit Schluss: nicht dass der Bund das Geld nicht zurückzahlt; diese Garantie dürfte es wohl noch lange geben, aber es gibt noch eine Zusatzgarantie gratis obendrauf: die Garantie auf kräftige Inflationsverluste. Warum ? Heute kostete eine Bundanleihe mit 10 Jahren Laufzeit ca. 107%. Zurück gibt es 100% (die ersten 7 % Verlust). In der Zwischenzeit gibt es 0% Zinsen. (Bund Deutschland hat mittlerweile eine Negativrendite von etwa 0,6 – 0,7% pro anno erreicht.) Damit bleibt kein einziger Euro für den Inflationsausgleich. Im Gegenteil, bei etwa 1,5% Inflation zur Zeit (vorausgesetzt das bleibt 10 Jahre so) sind das bei Ende der Laufzeit 15% Kaufkraftverlust.

Selbst wenn man auf andere Staaten ausweichen will, so kommt man quer durch Europa (ausser der Türkei) zu einem ähnlichen Ergebnis. In den USA schaut es noch ganz leicht positiv aus, vorausgesetzt man nimmt das Risiko der fremden Währung in Kauf.

Bleiben Industrieanleihen: Dort werden zwar noch Zinsen im positiven Bereich bezahlt, man nimmt aber andere „Kröten“ in Kauf: z.B.  gibt es keine festen Rückzahlungstermine mehr, oder die Anleihe ist vom Emittenten vorzeitig kündbar. Die Erfahrung der letzten zwei Jahre hat zudem gezeigt, dass gerade diese Anleihen sich im konjunkturellen Krisenfalle ziemlich volatil bewegen. (Heißt: obwohl keine Gefahr besteht, dass Bayer, BASF oder VW demnächst pleite gehen, mussten Kursschwankungen von 10-15% hingenommen werden. Gerade das ist aber nicht die Absicht des vorsichtigen Anlegers gewesen.

Was also tun? Rücklagen zu bilden oder zu haben ist nach wie vor sinnvoll um die Unwägbarkeiten der Zukunft etwas abzumildern. Die Botschaft dieser Entwicklung heißt, man muss die Veränderungen akzeptieren und sich neu aufstellen. Die Rücklagen neu sortieren und die Risiken neu abwägen.

Wir werden im Laufe der nächsten Monate mit jedem Mandanten Gespräche führen um die neu entstandene Lage zu besprechen und ganz individuell Lösungen erarbeiten, weil wir davon ausgehen, dass die neue Situation uns noch viele Jahre begleiten und herausfordern wird.

 

 

Auf die anderen altbekannten Alternativen gehen wir in unserer kleinen Reihe ein.  Im nächsten Newsletter beleuchten wir Immobilien.    

Grüße vom Turm

 

 

 Ihr JRS Team

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